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Für das Jahr 1994 stand bei Porsche eine grundlegende Entscheidung ins Haus, in welcher Klasse man bei den 24h von LeMans an den Start gehen sollte. Da ein früherer Beschluss gegen die Gruppe C nicht mehr rückgängig gemacht werden sollte, blieb - um den Gesamtsieg nicht au dem Auge zu verlieren - eigentlich nur ein Start in der neuen GT1 als Möglichkeit.
Das größte Problem sollte jedoch die Suche nach einem passenden Basismodell darstellen. Nach dem im November 1993 veröffentlichten GT1-Reglement. Eine Weiterentwicklung des bestehenden Materials auf Basis des Porsche 911 erschien nicht sonderlich erfolgversprechend. Zum Glück von Porsche hatte der Nürnberger Jochen Dauer auf der IAA 1993 jedoch ein ganz besonderes Projekt vorgestellt.
Dauer hatte sich vorgenommen, einem erlesenen Kundenkreis die Technik des Porsche 962C - der unter anderem bereits 1986 und 1987 die 24h von LeMans gewinnen konnte - auch für die Straße "erfahrbar" zu machen. Auf der IAA in Frankfurt stellte er das Ergebnis einer Kombination aus Fahrwerkstechnik und Karosserieform des Porsche 962C mit der Inneneinrichtung und Sicherheitsausstattung eines Modernen Autos, den Dauer 962 LeMans, der Öffentlichkeit vor.

Quelle & Copyright des Fotos: Jean-Michel Lefebvre (www.infoscourse.org)
Problematisch an diesem Projekt war vor allem, dass die Straßenzulassung des Dauer 962 LeMans - selbstverständlich unter Einhaltung aller gesetzlicher Vorschriften - bis zum 31. März 1994 erfolgen musste um eine Teilnahme des Autos bei den 24h von LeMans bereits im Jahr 1994 zu ermöglichen.
Die zwei größten Hindernisse auf dieser Teiletappe des Projektes: Zum einen änderte der ACO kurzfristig das Reglement und schrieb einen flachen Unterboden vor (was aufgrund der komplett veränderten Aerodynamikwirkung zu diversen Änderungen an der kompletten Karosserie führte), zum anderen die strengen Abgasvorschriften.
Letztere wurden mit viel Fantasie umgangen: Da die verwendeten Chassis das 962C auf denen des Porsche 952C basierten, welche wiederum aus dem Jahr 1982 stammen, müsste man doch eigentlich auch die Abgasvorschriften von 1982 anwenden. Irgendwie hat es Porsche tatsächlich geschafft, von den Behörden das OK für diese Argumentation zu bekommen, der erste Dauer 962 LeMans wurde am 15.3.1994 auf Jochen Dauer zugelassen. Somit stand dem Start des Autos in LeMans nichts mehr im Weg.

Quelle & Copyright des Fotos: Christophe Bastin / www.chbastin.fr.st
Schon die ersten Tests mit der Rennversion verliefen außerordentlich problemlos und vielversprechend - eigentlich aber auch kein Wunder, steckte doch jede Menge bereits in LeMans erprobter Technik unter der Haube, auch wenn natürlich diverse Anpassungen an das neue Reglement nötig waren.
So verwundert es auch nicht, dass das Auto schon bei den Vortests in LeMans am 8. Mai 1994 mit einem 3. Platz auf sich aufmerksam machte. Auch bei den weiteren Tests verlief alles wie am Schnürchen: Nach einem 24h-Dauerlauf in Magny-Coures wurde als das größte Problem "das Reinigen des Autos nach diversen Ausflügen ins Kiesbett" angegeben - nichts was die in das Projekt beteiligten Mitarbeiter bei Porsche hätte beunruhigen müssen.

Quelle & Copyright des Fotos: Jean-Michel Lefebvre (www.infoscourse.org)
In das Rennen im Juni starteten die Dauer-Porsche zwar als Favorit in der GT1-Klasse, nicht jedoch in Bezug auf den Gesamtsieg. Hier galten nach der Qualifikation die Werks-Courage C32 sowie die nach dem Gruppe C-Reglement aufgebauten SARD-Toyota als Favorit. Dementsprechend ging der Dauer-Porsche mit der Startnummer 36 auch nur von Startplatz 7 aus ins Rennen.
Für den von der Pole-Position gestarteten Courage mit Henri Pescarolo sowie dessen Schwesterauto sollte das Rennen jedoch bereits weit vor Ablauf der 24 Stunden zu Ende sein: Beide Fahrzeuge erlitten in der Nacht einen kapitalen Motorschaden.
Dadurch kam es zu einem Zweikampf zwischen Toyota und Porsche. Trotz diverser Unterschiede in der Technik der Autos stellten dies sich - über die komplette Runde betrachtet - als in etwa gleichwertig heraus. Entscheidend sollte damit einmal mehr die Zuverlässigkeit der Autos sein.
Ganz vom Defektteufel verschont blieb keines der 3 am Ende auf dem Podium platzierten Autos, das größte Quäntchen Glück sollte am Ende der von FAT Turbo gesponserte Dauer-Porsche rund um Yannick Dalmas, Hurley Haywood und Mauro Baldi haben, die Porsche damit den 13. Gesamtsieg in LeMans einfuhren.


Daten des Modells:
| Hersteller: |
Minichamps |
| Erscheinungsjahr (lim. Neuauflage): |
2003 |
| Artikelnummer: |
433 946436 |
| Auflage: |
999 |
| Detailtreue / Verarbeitung: |
Von zwei kleinen Unteschieden in der Bedruckung abgesehen ein sehr Originalgetreues Modell. Bei der Neuauflage fallen jedoch die viel zu hoch angesetzten Rückspiegel ins Auge - ein Fehler, der sich aber leich beheben lässt. Die Ursprüngliche Edition von 1997 hat diesen Fehler nicht. |
| Marktpreis (ca.): |
150-200 Euro |
| Anmerkungen: |
Der wohl gesuchteste LeMans-Sieger. Die hier gezeigte Neuauflage wird ca. 50 Euro unter der 1997 herausgekommenen 1. Edition gehandelt. |


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